Textsorte Zusammenfassung · Maturabeispiel 2019

Zusammenfassung zum Sachtext „Sprache und Politik“
– Schritt für Schritt erklärt

Diese Seite begleitet dich bei der Matura-Aufgabe, einen Ausschnitt aus dem Sachtext „Sprache und Politik“ von Heiko Girnth zusammenzufassen. Du lernst, wie du die Funktionen von Sprache in der Politik wiedergibst und die Merkmale politischer Kommunikation beschreibst – sachlich, in eigenen Worten, im Präsens und ohne eigene Meinung.

📖 12. Schulstufe 🎓 Deutsch – Zusammenfassung 🧩 Aufgabe + Lösung verlinkt 🗣️ Sprache & Macht
Sara Ömer
Ömer

🎧 Ömer erklärt · Hör zuerst rein!

„Sprache und Politik“ zusammenfassen – Ömers Audio-Erklärung

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Kapitel 1

Die Aufgabenstellung richtig lesen

⚠️ Der häufigste Fehler
Dies ist ein abstrakter Sachtext mit vielen Fachbegriffen (Persuasion, Mediokratie, Politainment …). Zwei Fallen: Manche übernehmen die Fachwörter, ohne sie zu verstehen, andere schreiben schwer verständliche Passagen einfach ab. Verlangt ist eine klare Wiedergabe in eigenen, verständlichen Worten – genau zu den beiden Arbeitsaufträgen. Und wie immer: keine eigene Meinung.
Offizieller Arbeitsauftrag

Situation: Du befasst dich im Unterricht mit dem Thema Sprache und Politik und fasst für deine Mitschüler/innen den Sachtext „Sprache und Politik“ von Heiko Girnth (Bundeszentrale für politische Bildung, 2010) zusammen.

  1. Geben Sie die Funktionen von Sprache in der Politik wieder.
  2. Beschreiben Sie Merkmale politischer Kommunikation.

Schreibe zwischen 270 und 330 Wörter und markiere Absätze mittels Leerzeilen.

1
Funktionen von Sprache wiedergeben
Erkläre, wozu Sprache in der Politik dient: Sie ermöglicht Politik überhaupt, dient dem Überzeugen (Persuasion) und Informieren, ist ein Machtinstrument und bereitet Entscheidungen vor.
💡 „Funktion“ = Wozu dient die Sprache? Denke in Zwecken.
2
Merkmale politischer Kommunikation beschreiben
Beschreibe, wie politische Kommunikation abläuft: öffentlich, über Massenmedien, mehrfach adressiert, inszeniert – bis hin zu Politainment und Mediokratie.
🧠 „Merkmale“ = Was kennzeichnet sie? Denke in Eigenschaften.
3
Form einhalten
Sachlich, im Präsens, in eigenen Worten, keine wörtlichen Zitate, keine eigene Meinung. Zu Beginn ein Basissatz mit Textsorte, Autor, Titel, Quelle und Thema.
🎯 Fachbegriffe darfst du nennen – aber erkläre sie kurz.
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Aufgabenblatt – Sprache und Politik
Haupttermin 2019 · Deutsch · Thema 3 / Aufgabe 1 · inkl. Textbeilage
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Lösungshinweise / Erwartungshorizont
Offizielle Musterlösung – Grundlage dieser Erklärung
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Kapitel 2

Was ist eine Zusammenfassung überhaupt?

Eine Zusammenfassung gibt die wichtigsten Inhalte eines Textes verkürzt, sachlich und in eigenen Worten wieder. Sie ist kein Aufsatz mit eigener Meinung und keine Nacherzählung, die jedes Detail mitnimmt. Die zentrale Schreibhandlung nennt der Erwartungshorizont „Deskription/Rekapitulation“ – beschreiben und wiedergeben.

Bei einem abstrakten Sachtext ist die Kunst, die Fachbegriffe in verständliche eigene Worte zu übersetzen. Die folgenden Merkmale gelten für jede Zusammenfassung.

✅ Sachlich & objektiv
Keine eigene Meinung, keine Bewertung. Du berichtest, was im Text steht.
✅ Eigene Worte
Formuliere um. Wörtliche Zitate gehören nicht in eine Zusammenfassung.
✅ Präsens
Gegenwart: „Der Text beschäftigt sich …“, „Sprache dient …“.
✅ Fachbegriffe erklären
Persuasion, Mediokratie, Politainment: nennen ist okay, aber immer kurz in eigenen Worten erklären.
✅ Nur das Wichtige
Beispiele (Rücktrittserklärung, Bundestagsrede) stark kürzen. Es zählen die Funktionen und Merkmale.
✅ Basissatz am Anfang
Textsorte, Autor, Titel, Quelle, Erscheinungsjahr und Thema in einem einleitenden Satz.
Ömer

Ömer sagt:

Ein Fachbegriff wie „Persuasion“ zeigt nur dann, dass du den Text verstanden hast, wenn du ihn auch übersetzt: „Persuasion, also das Überzeugen der Bürger“. Begriff nennen – und sofort erklären. Das ist bei so einem Text die halbe Miete.

🗂️

Kapitel 3

So baust du deine Zusammenfassung auf

1
Einleitung / Basissatz
Nenne Textsorte, Autor, Titel, Quelle, Erscheinungsjahr und Thema in einem Satz und formuliere die Grundidee.
Beispiel: Der Sachtext „Sprache und Politik“ von Heiko Girnth, erschienen 2010 auf der Website der Bundeszentrale für politische Bildung, behandelt die Funktionen von Sprache in der Politik und die Merkmale politischer Kommunikation in Demokratien.
2
Hauptteil A – Funktionen von Sprache
Gib die zentralen Funktionen wieder: Ermöglichung von Politik, informativ-persuasive Funktion, Machtinstrument, Vorbereitung von Entscheidungen.
3
Hauptteil B – Merkmale der Kommunikation
Beschreibe die Merkmale: Öffentlichkeit, Massenmedialität, mehrfache Adressierung, Inszenierung, Politainment/Mediokratie.
4
Kurzer Schluss (optional)
Ein knapper Satz, der bündelt – etwa, dass Sprache in der Politik vor allem der Erzeugung von Zustimmung und Aufmerksamkeit dient. Keine eigene Wertung!
📝
Wortanzahl & Absätze
Verlangt sind 270 bis 330 Wörter. Markiere die Absätze mit Leerzeilen. Die Struktur „Funktionen – Merkmale“ ergibt zwei bis drei klare Absätze.
📰

Kapitel 4

Worum geht es im Text?

Der Ausschnitt aus dem Sachtext Sprache und Politik beschäftigt sich mit zwei Dingen: mit den Funktionen von Sprache in der Politik und mit den Merkmalen politischer Kommunikation in freiheitlichen Demokratien. Grundgedanke: Sprache ist nicht nur ein Werkzeug der Politik, sondern überhaupt erst die Bedingung ihrer Möglichkeit – „Reden bedeutet Handeln“.

Damit liefert der Text genau die zwei Bausteine für deine Arbeitsaufträge: die Funktionen (Auftrag 1) und die Merkmale der Kommunikation (Auftrag 2).

Gut zu wissen – zentrale Fachbegriffe
Persuasion = Überzeugen/Überreden mit sprachlichen Mitteln. Mehrfache Adressierung = eine Aussage richtet sich gleichzeitig an mehrere Gruppen. Mediokratie = Dominanz der Medien in der Politikvermittlung. Politainment = Verschmelzung von Politik und Unterhaltung.
Tipp: Genau diese vier Begriffe sind der „Wortschatz“ des Textes – wenn du sie erklärst, zeigst du Textverständnis.
1️⃣

Kapitel 5

Arbeitsauftrag 1 – Funktionen von Sprache in der Politik

Der erste Auftrag verlangt die Funktionen von Sprache in der Politik – also, wozu Sprache dient. Der Erwartungshorizont nennt diese Punkte:

Sie ermöglicht Politik
Sprache ist nicht nur ein Instrument, sondern die Grundbedingung von Politik überhaupt: „Reden bedeutet Handeln.“
Persuasion (Überzeugen)
Politik ist sprachliche Überzeugungsarbeit: Handlungen werden erklärt und gerechtfertigt, um Zustimmung und Vertrauen zu gewinnen.
Information
Politiker/innen tragen Informationen an die Bürger/innen heran. Da sich Information und Überzeugung vermischen, spricht man von der informativ-persuasiven Funktion.
Machtinstrument
Sprache dient dazu, Macht zu erlangen, zu sichern, auszuüben und zu kontrollieren (Deutungs- und Verwendungshoheit).
Entscheidungen vorbereiten
Politische Entscheidungen müssen sprachlich vorbereitet und ausgehandelt werden – durch Diskutieren, Verhandeln, Fragen und Antworten.
✅ So könnte dein Absatz zu Auftrag 1 klingen
  • Laut dem Text ist Sprache in der Politik nicht bloß ein Werkzeug, sondern die Grundbedingung von Politik – Reden sei bereits Handeln.
  • Eine zentrale Funktion sei die Persuasion, also das Überzeugen der Bürger/innen, um Zustimmung und Vertrauen zu gewinnen; sie sei eng mit der Information verbunden (informativ-persuasive Funktion).
  • Zudem diene Sprache als Machtinstrument und als Mittel, um politische Entscheidungen auszuhandeln.
2️⃣

Kapitel 6

Arbeitsauftrag 2 – Merkmale politischer Kommunikation

Der zweite Auftrag verlangt die Merkmale politischer Kommunikation – also, was sie kennzeichnet. Der Erwartungshorizont nennt:

MerkmalWas es bedeutet
ÖffentlichkeitPolitische Kommunikation findet großteils öffentlich statt.
MassenmedialitätSie wird über Massenmedien (Fernsehen, Presse, Rundfunk, Internet) verbreitet; Öffentlichkeit und Massenmedien beeinflussen einander.
Mehrfache AdressierungEine Aussage richtet sich gleichzeitig an mehrere Gruppen (z. B. eigene Partei, andere Parteien, Bürger/innen).
InszenierungscharakterDurch die Ausrichtung auf ein Massenpublikum wird politisches Sprechen inszeniert (zwei Kommunikationsebenen, z. B. in der Talkshow).
Eigene InteraktionsformenEs entstehen typische mündliche Formen wie die politische Talkshow.
Aufmerksamkeit als ZielPolitische Kommunikation zielt vor allem auf die Erzeugung von Aufmerksamkeit.
Mediokratie & PolitainmentDie Medien beeinflussen die Politikvermittlung (Mediokratie); diese wird auch auf Unterhaltung ausgerichtet (Politainment).
Ömer

Ömer sagt:

Achte auf den Unterschied im Auftrag: Bei den Funktionen fragst du „Wozu dient Sprache?“, bei den Merkmalen „Wie läuft die Kommunikation ab?“. Wenn du diese zwei Fragen trennst, schreibst du automatisch geordnet.

🎙️

Kapitel 7

Ömers ausführlicher Erklärungstext

Ömer erklärt – ausführlicher Sprechtext für 1.mp3

Okay, schauen wir uns diese Aufgabe in Ruhe an. Die Textsorte ist eine Zusammenfassung: sachlich, in eigenen Worten, im Präsens – und keine eigene Meinung. Der Text ist diesmal ein abstrakter Sachtext, „Sprache und Politik“ von Heiko Girnth, erschienen 2010 auf der Website der Bundeszentrale für politische Bildung. Das gehört in deinen Basissatz. Die Herausforderung: Der Text ist voller Fachbegriffe. Deine Aufgabe ist, sie in verständliche eigene Worte zu übersetzen.

Der Grundgedanke des Textes: Sprache ist in der Politik nicht bloß ein Werkzeug, sondern die Bedingung dafür, dass es Politik überhaupt gibt. „Reden bedeutet Handeln“, heißt es. Ein Bundespräsident, der sagt „Ich erkläre meinen Rücktritt“, tritt damit tatsächlich zurück – das Reden ist die Handlung.

Jetzt zum ersten Auftrag: die Funktionen von Sprache in der Politik. Also: Wozu dient Sprache? Erstens ermöglicht sie Politik überhaupt. Zweitens dient sie der Persuasion, das heißt dem Überzeugen: Politiker erklären und rechtfertigen ihr Handeln, um Zustimmung und Vertrauen zu gewinnen. Drittens dient sie der Information: Politiker tragen Informationen an die Bürger heran. Weil sich Informieren und Überzeugen ständig vermischen, spricht man von der informativ-persuasiven Funktion. Viertens ist Sprache ein Machtinstrument – man erlangt, sichert, übt aus und kontrolliert Macht mit ihr. Und fünftens dient Sprache dazu, Entscheidungen vorzubereiten und auszuhandeln, etwa durch Diskutieren und Verhandeln. Wenn du diese Funktionen wiedergibst, hast du Auftrag eins erfüllt.

Jetzt der zweite Auftrag: die Merkmale politischer Kommunikation. Hier fragst du: Wie läuft diese Kommunikation ab? Erstens: Sie ist großteils öffentlich. Zweitens: Sie läuft über die Massenmedien – Fernsehen, Presse, Rundfunk, Internet. Öffentlichkeit und Massenmedien bedingen einander. Drittens gibt es die mehrfache Adressierung: Eine Rede im Parlament richtet sich gleichzeitig an die eigene Partei, an die anderen Parteien und an die Bürger. Viertens ist politisches Sprechen inszeniert, weil es sich an ein Massenpublikum richtet – denk an eine Fernseh-Talkshow, wo scheinbar diskutiert wird, in Wahrheit aber die Zuschauer überzeugt werden sollen. Fünftens ist das eigentliche Ziel oft die Erzeugung von Aufmerksamkeit. Und schließlich prägen die Medien die Politik so stark, dass man von Mediokratie spricht – der Dominanz der Medien – und von Politainment, also der Vermischung von Politik und Unterhaltung.

Zum Schluss der wichtigste Rat: Lass dich von den Fachbegriffen nicht einschüchtern. Nenne sie ruhig, aber erkläre jeden in einem Halbsatz mit eigenen Worten. Wähle die wichtigsten Punkte aus, halte dich an 270 bis 330 Wörter und trenne deine Absätze mit Leerzeilen. Dann hast du eine klare, sachliche Zusammenfassung – die zeigt, dass du den Text wirklich verstanden hast.

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Kapitel 8

Tipps für deine eigene Lösung

✗ So nicht (Fachwort ohne Erklärung)
„Die informativ-persuasive Funktion ist keine Einweg-Kommunikation und lebt von der Partizipation.“
✓ Besser (übersetzt, verständlich)
„Sprache dient in der Politik dazu, zu informieren und zugleich zu überzeugen – Bürger/innen sind dabei nicht nur Empfänger, sondern beteiligen sich aktiv.“
Begriff + Erklärung
Jeden Fachbegriff sofort in eigenen Worten erklären. Das zeigt Textverständnis und macht deine Zusammenfassung lesbar.
Funktionen ≠ Merkmale
Auftrag 1 = wozu Sprache dient. Auftrag 2 = wie Kommunikation abläuft. In zwei Absätze trennen.
Beispiele weglassen
Rücktrittserklärung, Bundestagsrede: als Beleg im Text nett, in der Zusammenfassung verzichtbar.
Präsens durchhalten
„Der Text behandelt …“, „Sprache dient …“. Durchgehend Gegenwart.
Checkliste
  • Beginnt deine Zusammenfassung mit einem Basissatz (Textsorte, Autor, Titel, Quelle, Thema)?
  • Hast du die Funktionen von Sprache genannt (Ermöglichung, informativ-persuasiv, Macht, Entscheidungen)?
  • Hast du die Merkmale beschrieben (öffentlich, massenmedial, mehrfach adressiert, inszeniert, Politainment)?
  • Hast du die Fachbegriffe in eigenen Worten erklärt?
  • Schreibst du durchgehend im Präsens und in eigenen Worten?
  • Ist deine eigene Meinung wirklich draußen geblieben?
  • Liegst du zwischen 270 und 330 Wörtern und sind die Absätze mit Leerzeilen markiert?
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