Kapitel 1
Die Aufgabenstellung richtig lesen
Situation: Du hältst die Rede „Worte wirken!“ bei einer Podiumsdiskussion zum Umgang mit Sprache. Zuhörer: Schüler/innen, Lehrer/innen und Eltern.
- Geben Sie die im Text beschriebene Problematik der sprachlichen Verrohung wieder.
- Vergleichen Sie diese mit Ihren eigenen Erfahrungen und Wahrnehmungen.
- Machen Sie Vorschläge, wie man der Verrohung entgegenwirken kann – in verschiedenen Bereichen.
Schreibe zwischen 540 und 660 Wörter – mit Anrede, direkter Ansprache, rhetorischen Mitteln und einem starken Schlussappell.
Kapitel 2
Was ist eine Meinungsrede?
Eine Meinungsrede ist ein gesprochener, öffentlicher Auftritt: Du vertrittst vor einem Publikum eine Meinung und willst es überzeugen und mitreißen. Sie ist rhetorisch: Anrede, direkte Ansprache, rhetorische Fragen, Wiederholungen, Beispiele, Appell.
Hier ist die Rhetorik doppelt wichtig, weil dein Thema die Macht der Sprache selbst ist. Zeige durch deine Rede, dass Worte wirken – im Positiven. Sprich Schüler, Lehrer und Eltern an. Vergiss die Redemerkmale nicht: Anrede, Ansprache, Schlussappell.
Ömer sagt:
Nutze das Thema für einen genialen Einstieg: Beginne mit einem verletzenden Satz und einem aufbauenden – und frag dein Publikum, welcher länger nachhallt. So beweist du gleich am Anfang: Worte wirken. Und das ist genau dein Titel.
Kapitel 3
So baust du deine Meinungsrede auf
Kapitel 4
Die Textbeilage im Überblick
Wegen der Zunahme sprachlicher Entgleisungen hat der Bayrische Landeslehrerverband das Manifest „Haltung bewahren“ veröffentlicht. Es macht auf Tabubrüche und ihre gesellschaftlichen Folgen aufmerksam.
Der zentrale Gedanke stammt vom Neurobiologen Joachim Bauer: Hasserfüllte, rohe Sprache führt zu aggressivem Handeln – mit negativen Folgen für die Demokratie. Sprache und Handeln hängen eng zusammen.
Kapitel 5
Arbeitsauftrag 1 – Die Problematik wiedergeben
- Die Sprache in der Schule ist oft von Aggressivität, Hass und Diskriminierung geprägt – die Grenzen des Erträglichen sind längst überschritten.
- Schon Kinder nutzen Hass-Sprache, auch weil Erwachsene ein schlechtes Vorbild sind; permanente Tabubrüche führen zur Desensibilisierung.
- Auch in Politik, Medien und sozialen Netzwerken wird durch aggressive Sprache Hass geschürt; extreme Gruppen spalten die Gesellschaft.
- Der Kern: Sprache und Handeln hängen zusammen – sprachliche Aggression führt zu aggressivem Handeln und gefährdet die Demokratie.
Verpack das rednerisch – nicht als Aufzählung, sondern zugespitzt: „Hass ist zur Alltagssprache geworden – im Klassenzimmer, im Netz, im Parlament.“
Kapitel 6
Arbeitsauftrag 2 – Mit eigenen Erfahrungen vergleichen
Jetzt kommt dein Alltag ins Spiel. Gleiche die These mit deinen eigenen Beobachtungen ab – du kannst sie bestätigen oder relativieren. Konkrete Beispiele wirken am stärksten.
| Aussage des Textes | bestätigen | relativieren |
|---|---|---|
| In der Schule herrscht Hass-Sprache | Beleidigungen als „Spaß“ sind alltäglich; „Opfer“ oder Schlimmeres fällt ständig. | Vieles ist unter Freunden nicht bös gemeint – der Ton ist rau, aber nicht immer hasserfüllt. |
| Anonymität im Netz enthemmt | In Kommentarspalten und Gruppenchats sind viele viel gemeiner als im echten Leben. | Es gibt auch positive Bewegungen und Gegenrede gegen Hass. |
| Erwachsene sind schlechte Vorbilder | Auch in der Politik und in Talkshows wird oft respektlos geredet. | Viele Erwachsene, Lehrkräfte und Eltern gehen sehr wohl mit gutem Beispiel voran. |
Kapitel 7
Arbeitsauftrag 3 – Vorschläge & Appell
Jetzt wirst du konstruktiv und beziehst dich auf mehrere Bereiche. Deine Vorschläge münden in einen Schlussappell.
- Liebe Anwesende, Worte sind keine Luft – sie werden zu Taten. Jeder von uns entscheidet mit jedem Satz, ob er spaltet oder verbindet.
- Fangen wir hier an, in diesem Raum, in dieser Schule: Reden wir so miteinander, wie wir selbst behandelt werden wollen. Denn wenn Worte verletzen können, dann können sie auch heilen. Nutzen wir diese Macht!
Ömer sagt:
Der perfekte Schluss dreht das Thema ins Positive: Wenn Worte verletzen können, können sie auch heilen. Damit greifst du deinen Titel „Worte wirken!“ noch einmal auf – und lässt dein Publikum mit einem hoffnungsvollen, handlungsstarken Gefühl zurück.
Kapitel 8
Ömers ausführlicher Erklärungstext
Okay, schauen wir uns diese Aufgabe in Ruhe an. Die Textsorte ist eine Meinungsrede, also gesprochen, vor Publikum. Du hältst sie bei einer Podiumsdiskussion zum Umgang mit Sprache, vor Schülern, Lehrern und Eltern, unter dem Titel „Worte wirken!“. Und dieser Titel ist Programm: Deine Rede über die Macht der Sprache muss selbst sprachlich wirken – mit Anrede, direkter Ansprache und einem Appell. Die Länge ist 540 bis 660 Wörter.
Der erste Auftrag: Gib die im Text beschriebene Problematik wieder. Es geht um das Manifest „Haltung bewahren“ des Bayrischen Landeslehrerverbands. Die Kernpunkte: Die Sprache in der Schule ist oft von Aggressivität, Hass und Diskriminierung geprägt, die Grenzen des Erträglichen sind überschritten. Schon Kinder verwenden Hass-Sprache, auch weil die Erwachsenen ein schlechtes Vorbild sind. Permanente Tabubrüche führen zur Desensibilisierung. Auch in Politik, Medien und sozialen Netzwerken wird Hass geschürt, und extreme Gruppen spalten die Gesellschaft. Und der wichtigste Punkt, vom Neurobiologen Joachim Bauer: Sprache und Handeln hängen eng zusammen – sprachliche Aggression führt zu echter Aggression und gefährdet die Demokratie.
Der zweite Auftrag: Vergleiche das mit deinen eigenen Erfahrungen. Jetzt kommt dein Alltag. Stimmt es, dass in der Schule Hass-Sprache herrscht? Vielleicht bestätigst du das – Beleidigungen als Spaß sind alltäglich. Oder du relativierst – unter Freunden ist vieles nicht böse gemeint. Wie ist es im Netz? Da enthemmt die Anonymität viele, aber es gibt auch Gegenrede. Und sind Erwachsene wirklich schlechte Vorbilder? Teils ja, in Talkshows und Politik, teils gehen viele mit gutem Beispiel voran. Bring ein konkretes Beispiel, das macht deine Rede glaubwürdig.
Der dritte Auftrag: Mach Vorschläge gegen die Verrohung, und ganz wichtig, beziehe dich auf mehrere Bereiche. In der Schule: einen respektvollen Ton auch in Konflikten einfordern, Regeln gemeinsam erarbeiten, die Wirkung von Worten im Unterricht reflektieren, und Lehrkräfte als Vorbild. In den sozialen Netzwerken: trotz Anonymität Haltung wahren und sich fragen, ob man das auch ins Gesicht sagen würde. In den Medien: die Verrohung thematisieren und auf hetzende Sprache verzichten. Und in der Politik: klare gesetzliche Regeln gegen Hass-Sprache und Politiker als sprachliches Vorbild.
Zum Schluss der wichtigste Rat: Lies deine Rede laut, sie muss klingen wie eine Rede. Nutze das Thema für einen starken Einstieg, zum Beispiel mit einem verletzenden und einem aufbauenden Satz. Sprich dein Publikum an und ende mit einem Appell, der das Thema ins Positive dreht: Wenn Worte verletzen können, dann können sie auch heilen – nutzen wir diese Macht. Bleib bei 540 bis 660 Wörtern. Dann hast du eine mitreißende Meinungsrede.
Kapitel 9
Tipps für deine eigene Lösung
- Beginnt deine Rede mit einer Anrede und einem packenden Einstieg?
- Sprichst du das Publikum (Schüler, Lehrer, Eltern) durchgehend an?
- Hast du die Problematik der Verrohung wiedergegeben (inkl. Sprache → Handeln)?
- Hast du sie mit eigenen Erfahrungen verglichen (bestätigt/relativiert)?
- Hast du Vorschläge aus mehreren Bereichen gemacht?
- Endet deine Rede mit einem starken Schlussappell?
- Nutzt du rhetorische Mittel und liegst du zwischen 540 und 660 Wörtern?
Die Bücher von Ömers Team
Alle Bücher von Ömers Team gibt es kostenlos auf oemersteam.com – direkt im Browser, auf dem Smartphone lesbar, ohne App und ohne Anmeldung.
Jetzt kostenlos lesen →