Kapitel 1
Die Aufgabenstellung richtig lesen
Situation: Leserbrief an das Nachrichtenmagazin Der Spiegel zu einem Interview über das „Containern“.
- Beschreiben Sie, was man unter „Containern“ versteht.
- Bewerten Sie das Containern.
- Machen Sie Vorschläge, wie sich Lebensmittelverschwendung reduzieren lässt.
Schreibe zwischen 270 und 330 Wörter – mit Anrede, klarer Gliederung und Grußformel.
Kapitel 2
Was ist ein Leserbrief?
Ein Leserbrief ist eine öffentliche Reaktion auf einen Zeitungs- oder Magazinartikel. Er verbindet Sachbezug mit eigener Meinung und richtet sich an ein bestimmtes Publikum. Er ist kurz, zugespitzt und persönlich, aber sachlich begründet.
Hier ist der Adressat das anspruchsvolle Publikum des Spiegel. Schreibe daher sachlich-informiert, mit klarer Haltung – und vergiss die Briefmerkmale nicht: Bezugszeile, Anrede, Grußformel.
Ömer sagt:
Pass beim dritten Auftrag auf den Themensprung auf: Es geht nicht mehr ums Containern, sondern um die eigentliche Ursache – das Wegwerfen. Deine Vorschläge sollen also verhindern, dass so viel überhaupt im Müll landet. Wer das erkennt, trifft den Kern.
Kapitel 3
So baust du deinen Leserbrief auf
Kapitel 4
Die Textbeilage im Überblick
Der Journalist Jens Lubbadeh interviewt den Containerer „Pedro“ (Pseudonym) über seine Motive, den Ablauf und die Häufigkeit seiner Containergänge, über die im Müll gefundenen Produkte und über die Risiken, die das Containern mit sich bringt.
Kapitel 5
Arbeitsauftrag 1 – Das Containern beschreiben
- Beim Containern wird nach Ladenschluss in Mülltonnen – vor allem denen von Supermärkten – nach noch verwertbaren Lebensmitteln und anderen brauchbaren Produkten gesucht.
- Containerer ernähren sich in erster Linie von den so gefundenen Lebensmitteln.
- Das Interview beleuchtet außerdem Motive, Ablauf, Häufigkeit und die Risiken (etwa Verletzungen oder rechtliche Probleme).
Wichtig: Fasse dich kurz – die Beschreibung ist nur der Einstieg. Der Leser kennt das Interview.
Kapitel 6
Arbeitsauftrag 2 – Das Containern bewerten
Jetzt beurteilst du das Containern – begründet. Du kannst positiv, negativ oder mit Bedingungen werten.
- Wichtiger Beitrag gegen Lebensmittelverschwendung; berechtigter Protest gegen die Wegwerfgesellschaft.
- Weggeworfene Ware ist kein Eigentum mehr – also kein Diebstahl.
- Macht den Wert von Lebensmitteln bewusst; hilft Menschen mit wenig Geld.
- Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist oft nicht aussagekräftig – vieles ist noch gut.
- Gesundheitsrisiko und Verletzungsgefahr beim Wühlen im Müll.
- Illegal, wenn Müllräume nicht frei zugänglich sind (Einbruch); mögliche Sachbeschädigung.
- Umsatzeinbußen für Supermärkte; Mülltrennung wird gestört.
- Soziale oder berufliche Nachteile, wenn es bekannt wird.
Eine Zwischenposition ist stark: „Containern ist verständlich und sinnvoll, solange es legal und gefahrlos möglich ist – das eigentliche Problem ist aber, dass so viel überhaupt weggeworfen wird.“
Kapitel 7
Arbeitsauftrag 3 – Vorschläge gegen das Wegwerfen
Jetzt wirst du konstruktiv. Du kannst dich auf eine Perspektive beschränken oder mehrere abdecken – Politik, Handel, Konsumenten.
- Solange Supermärkte tonnenweise Genießbares wegwerfen, ist Containern ein verständlicher Protest. Klüger wäre es aber, das Wegwerfen selbst zu stoppen.
- Dazu braucht es alle drei Seiten: Der Handel gibt Überschüsse an Tafeln weiter, die Politik verpflichtet ihn dazu, und wir Konsumenten kaufen bewusster ein. Dann bräuchte niemand mehr im Müll zu suchen.
Ömer sagt:
Ein starker Schluss verbindet alle drei Aufträge: Das Containern (1) ist ein Symptom, deine Bewertung (2) zeigt Verständnis, aber deine Vorschläge (3) packen die Ursache – das Wegwerfen. Wenn dein Brief so vom Symptom zur Lösung führt, wirkt er richtig durchdacht.
Kapitel 8
Ömers ausführlicher Erklärungstext
Okay, schauen wir uns diese Aufgabe in Ruhe an. Die Textsorte ist ein Leserbrief, an das Nachrichtenmagazin Der Spiegel, zu einem Interview über das Containern. Wichtig wie immer beim Leserbrief: die Briefform mit Bezugszeile, Anrede und Grußformel, und die kurze Länge, nur 270 bis 330 Wörter.
Der erste Auftrag: Beschreibe, was man unter Containern versteht. Ganz kurz: Beim Containern wird nach Ladenschluss in Mülltonnen gesucht, vor allem bei Supermärkten, und zwar nach noch verwertbaren Lebensmitteln und anderen brauchbaren Produkten. Containerer ernähren sich hauptsächlich von diesen Funden. Das Interview mit Pedro erzählt außerdem von seinen Motiven, dem Ablauf und den Risiken. Halte das wirklich knapp.
Der zweite Auftrag: Bewerte das Containern. Hier bringst du deine begründete Meinung. Für eine positive Bewertung: Es ist ein wichtiger Beitrag gegen Lebensmittelverschwendung, ein berechtigter Protest gegen die Wegwerfgesellschaft; weggeworfene Ware ist kein Eigentum mehr, also kein Diebstahl; und es hilft Menschen mit wenig Geld. Für eine negative Bewertung: das Gesundheits- und Verletzungsrisiko, die Illegalität bei nicht frei zugänglichen Müllräumen, Umsatzeinbußen und mögliche soziale Nachteile. Sehr stark ist eine Zwischenposition: Containern ist verständlich, solange es legal und gefahrlos ist – aber das eigentliche Problem ist, dass so viel überhaupt weggeworfen wird. Damit hast du gleich die Brücke zum dritten Auftrag.
Der dritte Auftrag: Mach Vorschläge, wie sich Lebensmittelverschwendung reduzieren lässt. Achtung, hier geht es nicht mehr ums Containern selbst, sondern um die Ursache, das Wegwerfen. Du kannst dich auf eine Perspektive beschränken oder mehrere nehmen. Politik: Gesetze, die Supermärkte verpflichten, genießbare Ware weiterzugeben statt sie wegzuwerfen, und Aufklärungskampagnen. Handel: Ware kurz vor Ablauf billiger anbieten, Überschüsse an Tafeln und Sozialmärkte spenden, besser planen. Konsumenten: nur kaufen, was man isst, richtig lagern, abgelaufene Ware prüfen statt sofort wegwerfen. Wähl lieber zwei oder drei Vorschläge und führe sie gut aus.
Zum Schluss der wichtigste Rat: Briefform nicht vergessen, adressatengerecht und sachlich schreiben, bei 270 bis 330 Wörtern bleiben. Und bau einen roten Faden: Das Containern ist ein Symptom, deine Vorschläge packen die Ursache. Dann hast du einen starken Leserbrief.
Kapitel 9
Tipps für deine eigene Lösung
- Hat dein Leserbrief eine Bezugszeile/Betreff, eine Anrede und eine Grußformel?
- Nimmst du zu Beginn klar Bezug auf das Interview?
- Hast du das Containern knapp beschrieben?
- Hast du es begründet bewertet (positiv, negativ oder mit Bedingungen)?
- Hast du konkrete Vorschläge gegen Lebensmittelverschwendung gemacht (Politik/Handel/Konsumenten)?
- Führt dein Brief vom Symptom zur Ursache?
- Liegst du zwischen 270 und 330 Wörtern?
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