Kapitel 1
Die Aufgabenstellung richtig lesen
Situation: Du nimmst am Schreibwettbewerb einer Jugendzeitschrift teil und schreibst einen Kommentar zum Thema „Grenzen des Tourismus“.
- Beschreiben Sie die im Text geschilderten Probleme des Massentourismus.
- Geben Sie Gründe für den Tourismusboom an.
- Nehmen Sie zu den vorgeschlagenen Lösungsmaßnahmen Stellung.
Schreibe zwischen 270 und 330 Wörter – mit pointiertem Titel, klarer Meinung und starkem Schluss.
Kapitel 2
Was ist ein Kommentar?
Ein Kommentar ist eine journalistische Meinungsform. Er bezieht klar Stellung – zugespitzt, pointiert und mit Haltung. Der Autor will überzeugen und darf zuspitzen, eine These voranstellen und mit einer Pointe enden.
Da du für eine Jugendzeitschrift schreibst, darfst du deine Generation direkt ansprechen und aus eurer Perspektive argumentieren – etwa: Limits treffen gerade junge, spontane Reisende. Anders als beim Leserbrief gibt es keine Briefform, dafür einen griffigen Titel.
Ömer sagt:
Du schreibst für eine Jugendzeitschrift – nutze das! Reiselimits und teure Online-Buchungen treffen gerade junge Leute, die spontan und mit wenig Geld reisen. Aus dieser Perspektive zu argumentieren macht deinen Kommentar authentisch und stark.
Kapitel 3
So baust du deinen Kommentar auf
Kapitel 4
Die Textbeilage im Überblick
Hohe Besucherzahlen bei beliebten Zielen führen zu Überlastung der Infrastruktur, langen Wartezeiten und Protesten der Einheimischen. Um die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus zu erhalten, strebt man eine bessere Regulierung der Ströme und Einschränkungen bei Unterkünften an.
Weil die Zahlen weiter steigen sollen, halten Experten Managementpläne für nötig. Der Text nennt konkrete Lösungsansätze: Besucherlimit, Online-Buchung/App, Moratorium für Hotelneubauten, strengere Airbnb-Kontrollen, Saisonverlängerung.
Kapitel 5
Arbeitsauftrag 1 – Die Probleme beschreiben
- Der wachsende Zustrom zu Hotspots in Spanien und anderen Ländern führt zu langen Warteschlangen und Gedränge.
- Vermietplattformen verdrängen Altstadtbewohner – was Abwehrreaktionen der Einheimischen auslöst.
- Zusätzlich werden Infrastruktur, Sehenswürdigkeiten und Natur übermäßig strapaziert.
Wichtig: Fasse dich kurz – die Beschreibung ist nur der Einstieg in deinen Kommentar.
Kapitel 6
Arbeitsauftrag 2 – Gründe für den Boom
Jetzt erklärst du die Ursachen. Unterscheide zwischen allgemeinen Gründen (warum überhaupt so viel gereist wird) und speziellen (warum sich alle auf dieselben Ziele stürzen).
- Freizeitgesellschaft und steigender Lebensstandard.
- Billige Flugpreise machen Fernreisen erschwinglich.
- Reisen als Statussymbol; Tourismus als wichtiger Wirtschaftszweig.
- Attraktivität der berühmten Orte; Gruppendruck – alle wollen ans gleiche Ziel.
- Tourismuswerbung mit immer gleichen Motiven – auch durch Influencer und Social Media.
- Gruppenreisen und Kreuzfahrten mit ähnlichen Routen.
Der Influencer-Punkt ist für eine Jugendzeitschrift besonders passend: Instagram-Fotos schicken alle an dieselben „instagrammable“ Orte.
Kapitel 7
Arbeitsauftrag 3 – Zu den Maßnahmen Stellung nehmen
Jetzt kommt das Herz des Kommentars: deine Meinung zu den Lösungen. Du kannst einzelne Maßnahmen bewerten oder global kommentieren.
| Maßnahme | dafür | dagegen |
|---|---|---|
| Besucherlimit | Verschafft Natur und Bewohnern Ruhe, bewahrt Kulturstätten. | Beschneidet das demokratische Prinzip, Kulturerbe für alle zugänglich zu machen. |
| Online-Buchung / App | Kontrollierter Zugang; kommt der digitalen jungen Generation entgegen. | Erfordert Planung – spontane Besuche werden unmöglich. |
| Airbnb-Kontrolle / Hotel-Moratorium | Erleichtert den Alltag der Einheimischen, bremst Verdrängung. | Weniger Unterkünfte könnten den Bedarf nicht mehr decken. |
| Saisonverlängerung | Sichert Arbeitsplätze, verteilt die Ströme. | Mehr Ausbeutung von Ressourcen und Personal – nur Gewinnstreben. |
- Besucherlimits und Buchungs-Apps kurieren Symptome – das eigentliche Problem, unser Drang, alle zur selben Zeit an denselben Ort zu wollen, bleibt.
- Statt die schönsten Orte hinter Reservierungssystemen zu verstecken, sollten wir umdenken: weniger, dafür bewusster reisen. Denn ein Traumziel, das man nur noch im Gedränge erlebt, ist keins mehr.
Ömer sagt:
Der stärkste Kommentar denkt einen Schritt weiter als die Maßnahmen: Ein Limit ist ein Pflaster, kein Heilmittel. Wenn du das benennst und mit einer Pointe endest – „ein Traumziel im Gedränge ist keins mehr“ – bleibst du im Kopf.
Kapitel 8
Ömers ausführlicher Erklärungstext
Okay, schauen wir uns diese Aufgabe in Ruhe an. Die Textsorte ist ein Kommentar, also eine Meinungsform mit klarer Haltung. Du schreibst ihn für den Schreibwettbewerb einer Jugendzeitschrift, das heißt, du darfst ruhig die junge Perspektive einbringen. Kein Anrede, keine Grußformel wie beim Leserbrief, dafür ein pointierter Titel. Das Thema ist der Massentourismus, der sogenannte Overtourism. Die Länge ist kurz, 270 bis 330 Wörter.
Der erste Auftrag: Beschreibe die Probleme des Massentourismus. Ganz kurz: Der wachsende Zustrom zu den Hotspots in Spanien und anderswo führt zu langen Warteschlangen und Gedränge. Vermietplattformen verdrängen die Altstadtbewohner, und das löst Abwehrreaktionen bei den Einheimischen aus. Dazu werden Infrastruktur, Sehenswürdigkeiten und Natur übermäßig strapaziert. Halte das knapp, es ist dein Einstieg.
Der zweite Auftrag: Gib Gründe für den Tourismusboom an. Achtung, hier geht es um Ursachen, nicht um Lösungen. Unterscheide zwei Ebenen. Allgemeine Gründe: die Freizeitgesellschaft, der steigende Lebensstandard, die billigen Flugpreise, Reisen als Statussymbol und der Tourismus als wichtiger Wirtschaftszweig. Und spezielle Gründe, warum sich alle auf dieselben Ziele stürzen: die Attraktivität der Hotspots, der Gruppendruck – alle wollen ans gleiche Ziel –, die Tourismuswerbung mit immer gleichen Motiven, auch durch Influencer und Social Media, und Gruppenreisen wie Kreuzfahrten. Gerade der Influencer-Punkt passt super für eine Jugendzeitschrift: Alle jagen denselben instagrammablen Fotos hinterher.
Der dritte Auftrag: Nimm zu den vorgeschlagenen Lösungsmaßnahmen Stellung. Das ist das Herz des Kommentars. Der Text nennt: Managementpläne, Besucherlimits, Online-Buchung per App, ein Moratorium für Hotelneubauten, strengere Airbnb-Kontrollen und Saisonverlängerung. Du kannst einzelne bewerten – ein Besucherlimit schützt zum Beispiel Natur und Bewohner, beschneidet aber das Recht, Kulturerbe für alle zugänglich zu machen; eine Buchungs-App kommt jungen Leuten entgegen, macht aber spontane Besuche unmöglich. Oder du kommentierst global: Die Maßnahmen sind vielleicht zu kurz gegriffen, weil sie nur Symptome mildern, oder du hinterfragst Einschränkungen grundsätzlich mit Blick auf die Reisefreiheit und die Benachteiligung junger Reisender.
Zum Schluss der wichtigste Rat: Zeig Haltung, nutze einen pointierten Titel und ende mit einer Pointe, die hängen bleibt – zum Beispiel: Ein Traumziel, das man nur noch im Gedränge erlebt, ist keins mehr. Keine Briefform, aber begründet bleiben, und die 270 bis 330 Wörter einhalten. Dann hast du einen starken Kommentar.
Kapitel 9
Tipps für deine eigene Lösung
- Hat dein Kommentar einen pointierten Titel und einen Einstieg mit Haltung?
- Hast du die Probleme des Massentourismus knapp beschrieben?
- Hast du Gründe für den Boom angegeben (allgemeine UND spezielle)?
- Hast du zu den Lösungsmaßnahmen klar Stellung genommen?
- Hast du eine zugespitzte, begründete Meinung – statt neutraler Aufzählung?
- Endet dein Kommentar mit einer starken Pointe?
- Liegst du zwischen 270 und 330 Wörtern – ohne Anrede/Grußformel?
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