Kapitel 1
Die Aufgabenstellung richtig lesen
Lies Rolf Dobellis Text „Verzicht auf News?“ und verfasse eine Erörterung mit diesen Arbeitsaufträgen:
- Beschreiben Sie Dobellis Wandel vom „News-Junkie“ zum News-Verweigerer.
- Diskutieren Sie Dobellis Appell, auf News zu verzichten.
- Machen Sie Vorschläge für einen sinnvollen Umgang mit News.
Schreibe zwischen 540 und 660 Wörter und markiere Absätze mittels Leerzeilen.
Kapitel 2
Was ist eine Erörterung?
Eine (textgebundene) Erörterung ist ein argumentierender Text: Du setzt dich auf Basis einer Textbeilage sachlich mit einer Frage auseinander. Der Kern ist das Argument – bestehend aus Behauptung, Begründung und Beleg/Beispiel.
Das Besondere hier: Auftrag 3 ist lösungsorientiert – du sollst konkrete Vorschläge entwickeln. Schreibe sachlich, im Präsens, und beziehe dich klar auf den Text („Dobelli argumentiert …“).
Ömer sagt:
Auftrag 3 ist deine Chance zu glänzen: Statt nur „ich finde …“ lieferst du echte Tipps – Bildschirmzeit begrenzen, Push-Nachrichten aus, Qualitätsmedien wählen. Konkrete Vorschläge wirken viel überzeugender als allgemeine Meinungen.
Kapitel 3
So baust du deine Erörterung auf
Kapitel 4
Die Textbeilage im Überblick
Rolf Dobelli berichtet über seinen Wandel vom „News-Junkie“ zum News-Verweigerer und begründet ihn ausführlich. Er warnt vor der Zukunft: News nehmen exponentiell zu, werden immer stärker auf die/den Einzelnen zugeschnitten und lösen sich von der Wahrheit.
Sein Appell: auf News verzichten und sich stattdessen fundierten Hintergrundartikeln, Analysen und Büchern zuwenden. Der Text ist damit eine radikale, aber gut begründete Streitschrift – ideal, um sie kritisch zu diskutieren.
Kapitel 5
Arbeitsauftrag 1 – Dobellis Wandel beschreiben
- Dobelli bezeichnet sich als ehemaligen „News-Junkie“: Er konsumierte Nachrichten wahllos und zwanghaft, verschwendete viel Zeit damit und wurde davon krank.
- Er zog die Konsequenz und machte eine „Detox-Kur“: Abmeldung von allen Onlineportalen, Löschen der News-Apps, Verzicht auf Radio, Fernsehen und Tageszeitungen.
- Seither konzentriert er sich bei der Medienauswahl bewusst auf seine zwei „Kompetenzkreise“: Familie und Beruf.
Wichtig: Hier beschreibst du nur Dobellis Weg – knapp und sachlich, ohne ihn schon zu bewerten.
Kapitel 6
Arbeitsauftrag 2 – Dobellis Appell diskutieren
Setze dich mit dem Appell auseinander und komm zu einer Schlussfolgerung (zustimmend, ablehnend oder vermittelnd). Stelle Dobellis Argumente den Gegenargumenten gegenüber.
- News-Konsum ist eine Form von Sucht, macht krank und verursacht chronischen Stress.
- Er ist Zeitverschwendung und trägt nichts zum Verständnis der Welt bei.
- Er verzerrt die Wahrnehmung („bad news is good news“) und verhindert tiefe Auseinandersetzung.
- Zu viele Meinungen, zu wenig Fakten – und der Anteil an Fake-News steigt (demokratieschädlich).
- Dobelli übertreibt die Gefahren („gefährlicher als Alkohol“?) und unterschätzt den Nutzen (z. B. Klimawandel-Berichterstattung).
- Fake-News hängen nicht am Medium – auch Bücher können falsch sein.
- News sind ein niederschwelliges Angebot; das Bedürfnis nach Unterhaltung ist legitim; für Bücher fehlt oft die Zeit.
- Nur zwei „Kompetenzkreise“ verengen den Blick; ohne News-Publikum ist der Journalismus in Gefahr.
Kapitel 7
Arbeitsauftrag 3 – Vorschläge für einen guten Umgang
Jetzt wirst du konstruktiv: Statt totalem Verzicht oder ungebremstem Konsum entwickelst du einen gesunden Mittelweg in Form konkreter Vorschläge.
- Dobellis Radikalkur trifft einen wunden Punkt – doch statt völligem Verzicht ist ein bewusster, dosierter Newskonsum der bessere Weg.
- Wer Zeitfenster setzt, Qualitätsquellen wählt, auf reißerische Push-Meldungen verzichtet und das Gelesene diskutiert, bleibt informiert, ohne dem Nachrichtenstress zu verfallen. So bleibt man mündig statt abhängig – und der Journalismus als demokratische Grundlage bleibt erhalten.
Ömer sagt:
Der Trick bei Auftrag 3: Deine Vorschläge sollen zu deiner Position aus Auftrag 2 passen. Wenn du Dobelli teilweise zustimmst, aber den Totalverzicht ablehnst, dann sind deine Vorschläge genau der Mittelweg – dosieren statt abschalten. So wirkt deine Erörterung wie aus einem Guss.
Kapitel 8
Ömers ausführlicher Erklärungstext
Okay, schauen wir uns diese Aufgabe in Ruhe an. Die Textsorte ist eine Erörterung, mit drei Arbeitsaufträgen. Das Thema sind die Medien, konkret der Verzicht auf News. Die Textbeilage stammt von Rolf Dobelli, der beschreibt, wie er vom News-Junkie zum kompletten News-Verweigerer wurde. Ganz wichtig vorweg: Der dritte Auftrag ist hier speziell – da sollst du nicht bloß deine Meinung sagen, sondern konkrete Vorschläge machen. Behalt das im Kopf.
Der erste Auftrag: Beschreibe Dobellis Wandel. Er nennt sich einen ehemaligen News-Junkie: Er hat wahllos und zwanghaft Nachrichten konsumiert, viel Zeit verschwendet und wurde sogar krank davon. Dann hat er eine Detox-Kur gemacht: Er hat sich von allen Onlineportalen abgemeldet, die News-Apps vom Handy gelöscht und auf Radio, Fernsehen und Tageszeitungen verzichtet. Seither konzentriert er sich nur noch auf seine zwei Kompetenzkreise: Familie und Beruf. Halte das knapp und sachlich.
Der zweite Auftrag: Diskutiere Dobellis Appell, auf News zu verzichten. Führ beide Seiten an. Für ihn spricht: News-Konsum ist eine Sucht, macht krank und stresst; er ist Zeitverschwendung und bringt nichts fürs Weltverständnis; er verzerrt die Wahrnehmung, weil schlechte Nachrichten immer bevorzugt werden; und er liefert zu viele Meinungen, zu wenig Fakten, bei steigendem Fake-News-Anteil. Gegen ihn spricht: Er übertreibt die Gefahren und unterschätzt den Nutzen – wichtige Themen wie der Klimawandel werden ja gerade über News transportiert. Fake-News hängen nicht am Medium, auch in Büchern gibt es Falsches. News sind niederschwellig, und der Wunsch nach Unterhaltung ist legitim. Und ganz wichtig: Wenn keiner mehr News konsumiert, stirbt der Journalismus – und der ist eine Grundlage der Demokratie. Komm dann zu einer Schlussfolgerung, die zustimmend, ablehnend oder vermittelnd sein darf.
Der dritte Auftrag: Mach Vorschläge für einen sinnvollen Umgang mit News. Werde jetzt konkret. Zum Beispiel: feste, kurze Zeitfenster für Nachrichten statt ständigem Scrollen; gezielt Qualitätsmedien wählen und Push-Nachrichten und Twitter reduzieren; lieber Hintergrundartikel und Analysen als Kurzmeldungen; keine personalisierten Feeds, um die Blase zu vermeiden; Nachrichten mit Familie und Freunden besprechen und einordnen; und Medienkompetenz in der Schule fördern. Wichtig ist, dass diese Vorschläge zu deiner Position aus Auftrag 2 passen – am besten ein Mittelweg: dosieren statt abschalten.
Zum Schluss der wichtigste Rat: drei Schritte, 540 bis 660 Wörter. Halte die Beschreibung kurz, diskutiere fair mit Pro und Kontra, und liefere im dritten Teil handfeste, umsetzbare Vorschläge. Schreib sachlich und im Präsens. Dann hast du eine starke Erörterung.
Kapitel 9
Tipps für deine eigene Lösung
- Beginnt deine Erörterung mit einer Einleitung, die zum Thema hinführt und den Text nennt?
- Hast du Dobellis Wandel beschrieben (News-Junkie → Detox-Kur → Kompetenzkreise)?
- Hast du seinen Appell diskutiert – mit Dobellis Argumenten UND Gegenargumenten?
- Sind deine Argumente nach dem Schema Behauptung – Begründung – Beleg aufgebaut?
- Hast du konkrete, umsetzbare Vorschläge für den Newskonsum gemacht?
- Passen deine Vorschläge zu deiner Position aus Auftrag 2?
- Liegst du zwischen 540 und 660 Wörtern und sind die Absätze mit Leerzeilen markiert?
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