Kapitel 1
Die Aufgabenstellung richtig lesen
Lies den Kommentar „Ich will Verbote!“ und verfasse eine Erörterung mit diesen Arbeitsaufträgen:
- Geben Sie die Position des Autors wieder.
- Diskutieren Sie die Argumente des Autors – bringen Sie dabei auch Gegenargumente vor.
- Begründen Sie Ihre eigene Position: Sind Konsumverbote sinnvoll?
Schreibe zwischen 540 und 660 Wörter und markiere Absätze mittels Leerzeilen.
Kapitel 2
Was ist eine Erörterung?
Eine (textgebundene) Erörterung ist ein argumentierender Text: Du setzt dich auf Basis einer Textbeilage sachlich mit einer Frage auseinander. Der Kern ist das Argument – bestehend aus Behauptung, Begründung und Beleg/Beispiel.
Hier ist die Beilage ein Kommentar – also selbst schon meinungsstark und zugespitzt. Deine Aufgabe: die These sauber wiedergeben (inkl. Ironie erkennen), sie fair diskutieren und begründet Position beziehen. Schreibe sachlich, im Präsens.
Ömer sagt:
Achte auf den doppelten Boden: Der Autor sagt „Ich will Verbote!“ und meint damit auch eine bequeme Ausrede – dann müssten wir kein schlechtes Gewissen mehr haben. Wenn du diesen Sarkasmus erkennst und benennst, zeigst du echtes Textverständnis.
Kapitel 3
So baust du deine Erörterung auf
Kapitel 4
Die Textbeilage im Überblick
Der Kommentar „Ich will Verbote!“ geht davon aus, dass wir den Mechanismen der Konsumgesellschaft nicht widerstehen können. Angesichts der Folgen für die Weltbevölkerung und kommende Generationen hält der Autor eine Einschränkung unseres rücksichtslosen Konsums nur durch klare Verbote für machbar.
Mit sarkastischem Unterton behauptet er, dass wir uns solche Verbote sogar wünschen: Dann nämlich müsste niemand mehr ein schlechtes Gewissen wegen Umweltverschmutzung und Wegwerfmentalität haben – eine übergeordnete Autorität nimmt uns die schweren Entscheidungen ab. Sein pointierter Schluss: Durch Verbote würden wir uns sogar freier fühlen.
Kapitel 5
Arbeitsauftrag 1 – Die Position des Autors
- Der Autor behauptet: Wir konsumieren aus Bequemlichkeit, aus vermeintlichem Bedarf und wegen des sozialen Umfelds viel mehr, als wir brauchen – und schaden damit uns, den Mitmenschen und den Nachkommen.
- Da freiwillige Beschränkung und Appelle „nichts gebracht“ haben, müsse die Regierung zu nachhaltigem Verhalten zwingen: Ohne Verbote sei die Welt nicht zu retten.
- Verbote befreien uns sogar – vom schlechten Gewissen und (sarkastisch) von der Last der Entscheidung. Die Wirtschaft breche deshalb nicht zusammen, und die Konsumeinschränkung beschneide nicht die politische Freiheit.
Wichtig: Hier referierst du nur die Position des Autors – und erwähnst, dass sein Ton bewusst zugespitzt und ironisch ist.
Kapitel 6
Arbeitsauftrag 2 – Argumente diskutieren
Setze dich mit den Argumenten des Autors auseinander. Du darfst ihn stützen – musst aber auch Gegenargumente bringen. Das ist hier ausdrücklich verlangt.
- Appelle allein wirken nicht – der Earth Overshoot Day rückt immer weiter vor.
- Bequemlichkeit und Gruppendruck verhindern nachhaltiges Verhalten trotz besserer Einsicht.
- Verbote schaffen faire, gleiche Regeln für alle und die Wirtschaft bricht nicht zusammen.
- Der Mensch kann Verantwortung übernehmen – Fridays for Future, Bio-/Fairtrade-Kauf, Öffis zeigen Umdenken auch ohne Zwang.
- Verbote reizen zur Übertretung und sind schwächer als innere Überzeugung.
- Besser: Überzeugungsarbeit und Bildung – Erziehung zu kritischen Konsumenten.
- Verbote untergraben Mündigkeit; Demokratie braucht eigenverantwortliche Bürger. Gefahr der Überregulierung.
Kapitel 7
Arbeitsauftrag 3 – Deine Position
Jetzt begründest du deine eigene Haltung: Zustimmung, Ablehnung oder eine Zwischenposition. Alle drei sind zulässig – entscheidend ist die Begründung.
- Der Autor hat recht, dass Appelle allein die Konsumkrise nicht lösen – doch flächendeckende Verbote entmündigen die Menschen und schwächen genau die Eigenverantwortung, die eine Demokratie braucht.
- Überzeugender ist ein Mittelweg: gezielte Verbote dort, wo es ums Ganze geht, kombiniert mit Bildung und cleveren Anreizen wie „Nudging“ oder einem CO₂-Budget. So bleibt der Mensch mündig – und handelt trotzdem nachhaltiger.
Ömer sagt:
Das philosophische Herz der Aufgabe ist das Menschenbild: Ist der Mensch ein schwaches Wesen, das man zwingen muss – oder ein mündiges, das man überzeugen kann? Nimm dazu klar Stellung, dann hat dein Fazit Tiefe.
Kapitel 8
Ömers ausführlicher Erklärungstext
Okay, schauen wir uns diese Aufgabe in Ruhe an. Die Textsorte ist eine Erörterung, mit drei Arbeitsaufträgen. Das Thema ist Konsum und Mündigkeit, und die Textbeilage ist ein Kommentar mit dem provokanten Titel „Ich will Verbote!“. Ganz wichtig vorweg: Dieser Kommentar ist bewusst sarkastisch. Der Autor fordert Verbote nicht nur ernst, sondern hält uns auch einen Spiegel vor – nach dem Motto: Dann müssen wir wenigstens kein schlechtes Gewissen mehr haben. Wenn du diesen Ton erkennst, gibst du die These richtig wieder.
Der erste Auftrag: Gib die Position des Autors wieder. Sein Kern: Wir konsumieren viel mehr, als wir brauchen – aus Bequemlichkeit, aus falschem Bedarfsdenken und weil die anderen es auch tun. Damit schaden wir uns selbst, den Mitmenschen und den Nachkommen. Freiwillige Beschränkung und Appelle haben nichts gebracht, also muss die Regierung uns zu nachhaltigem Verhalten zwingen. Ohne Verbote, sagt er, ist die Welt nicht zu retten. Und dann die sarkastische Pointe: Verbote befreien uns – vom schlechten Gewissen und von der Last der Entscheidung, wir würden uns dadurch sogar freier fühlen. Halte das knapp und erwähne den ironischen Ton.
Der zweite Auftrag: Diskutiere seine Argumente – und ganz wichtig, hier musst du unbedingt auch Gegenargumente bringen. Für den Autor spricht: Appelle wirken nachweislich nicht, der Earth Overshoot Day rückt immer weiter vor; Bequemlichkeit und Gruppendruck verhindern nachhaltiges Handeln trotz Einsicht. Gegen ihn spricht: Der Mensch kann sehr wohl Verantwortung übernehmen – schau dir Fridays for Future an, den bewussten Kauf von Bio- und Fairtrade-Produkten, die stärkere Nutzung von Öffis. Verbote reizen außerdem zur Übertretung und sind schwächer als eine innere Überzeugung. Besser wäre Überzeugungsarbeit und Bildung. Und das stärkste Gegenargument: Verbote untergraben die Mündigkeit, aber eine Demokratie braucht eigenverantwortliche Bürger.
Der dritte Auftrag: Begründe deine eigene Position. Du kannst zustimmen, ablehnen oder einen Mittelweg wählen. Bei Zustimmung: Unsere Konsumfreiheit ist eigentlich keine echte Freiheit, weil wir Zwängen und Moden ausgeliefert sind – erst die Befreiung davon macht uns wirklich frei. Bei Ablehnung: Hinter Verboten steckt ein negatives Menschenbild, der Mensch ist mündig und kann lernen. Meine Empfehlung ist der Mittelweg: gezielte Verbote nur dort, wo es ums Ganze geht, kombiniert mit Bildung und cleveren Anreizen wie Nudging oder einem CO2-Guthaben. So bleibt der Mensch mündig und handelt trotzdem nachhaltiger.
Zum Schluss der wichtigste Rat: drei Schritte, 540 bis 660 Wörter. Halte die Wiedergabe kurz, diskutiere fair mit Pro und Kontra, und nimm am Ende klar Stellung. Das philosophische Herz ist das Menschenbild – schwach und zu zwingen oder mündig und zu überzeugen? Schreib sachlich und im Präsens. Dann hast du eine starke Erörterung.
Kapitel 9
Tipps für deine eigene Lösung
- Beginnt deine Erörterung mit einer Einleitung, die zum Thema hinführt und den Kommentar nennt?
- Hast du die Position des Autors wiedergegeben – inklusive seines sarkastischen Tons?
- Hast du seine Argumente diskutiert UND (Pflicht!) Gegenargumente gebracht?
- Sind deine Argumente nach dem Schema Behauptung – Begründung – Beleg aufgebaut?
- Hast du zur Frage der Konsumverbote klar und begründet Stellung genommen?
- Hast du das Spannungsfeld Verbot vs. Mündigkeit herausgearbeitet?
- Liegst du zwischen 540 und 660 Wörtern und sind die Absätze mit Leerzeilen markiert?
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