Kapitel 1
Die Aufgabenstellung richtig lesen
Lies den Bericht „Sport vor dem Bildschirm?“ und verfasse eine Erörterung mit diesen Arbeitsaufträgen:
- Beschreiben Sie die Merkmale des eSports, die im Text genannt werden.
- Diskutieren Sie, ob eSport als Sport anerkannt werden soll.
- Begründen Sie, ob eSport in das Sportangebot der Schule aufgenommen werden soll.
Schreibe zwischen 405 und 495 Wörter und markiere Absätze mittels Leerzeilen.
Kapitel 2
Was ist eine Erörterung?
Eine (textgebundene) Erörterung ist ein argumentierender Text: Du setzt dich auf Basis einer Textbeilage sachlich mit einer Frage auseinander. Der Kern ist das Argument – bestehend aus Behauptung, Begründung und Beleg/Beispiel.
Hier hast du sogar zwei Streitfragen. Bei „diskutieren“ und „begründen“ musst du Position beziehen – aber immer begründet. Schreibe sachlich, im Präsens, und beziehe dich klar auf den Text.
Ömer sagt:
Achte auf die Wortanzahl – die ist hier kleiner als üblich. Das heißt: keine langen Einleitungen, keine Wiederholungen. Jeder Satz muss arbeiten. Und trenne sauber die zwei Fragen: eSport kann ein Sport sein und trotzdem nicht in den Turnsaal gehören.
Kapitel 3
So baust du deine Erörterung auf
Kapitel 4
Die Textbeilage im Überblick
Der Bericht geht am Beispiel eines international erfolgreichen Dota-2-Spielers der Frage nach, ob eSport in Deutschland als Sportart anerkannt werden soll. Der Deutsche Olympische Sportbund verneint das: eSport erfülle mehrere nötige Kriterien nicht.
Der Pro Gaming Director der eSports League widerspricht – er verweist auf Schach als Vergleich und darauf, dass auch andere Sportarten sich erst entwickeln durften. Die Sportwissenschaft zeichnet seit 2013 ein differenziertes Bild: Der beim eSport gemessene Stresspegel sei typisch für Sportlerinnen und Sportler.
Kapitel 5
Arbeitsauftrag 1 – Merkmale des eSports
- eSport wird am Computer und meist im Team ausgetragen.
- Er begeistert Massen – verfolgt in Stadien und per Live-Stream unter großer Anteilnahme.
- Es gibt hohe Preisgelder (Vergleich mit internationalen Tennis-Turnieren) und sogar eine inoffizielle Weltmeisterschaft.
- eSport braucht nicht zwingend Vereine oder feste Spielorte.
- Die Spielenden sind hochkonzentriert und körperlich gefordert; ihr Stresspegel ist vergleichbar mit dem beim Bogenschießen oder Schach.
Wichtig: Hier beschreibst du nur, was im Text steht – knapp und sachlich, ohne Wertung. Bei nur 405–495 Wörtern gilt: kurz halten.
Kapitel 6
Arbeitsauftrag 2 – Ist eSport ein Sport?
Führe beide Seiten an und gewichte dann. Optional kannst du Rahmenbedingungen nennen, unter denen eSport ein anerkannter Sport werden könnte.
- Vergleichbar mit Schach, Darts oder Bogenschießen – auch dort geringe motorische Anforderung.
- Fördert Konzentration, Reaktionsschnelligkeit, Taktik; messbarer Stresspegel beweist körperliche Anspannung.
- Große Fangemeinde, Breitenwirkung, hohe Preisgelder, internationale WM.
- Ethische Bedenken gibt es auch bei anerkannten Kampfsportarten (z. B. Boxen).
- PC-Spiele sind eher Zeitvertreib – ähnlich wie Fernsehen oder Musikhören.
- Keine mit anderen Sportarten vergleichbare motorische Aktivität; kein Ausdauer-, Herz-Kreislauf-Training.
- Langes Sitzen wirkt kontraproduktiv, kann Folgeschäden verursachen.
- Teamgeist wird teils für virtuelle Gewalt genutzt – hohes Aggressionspotenzial.
Kapitel 7
Arbeitsauftrag 3 – eSport in die Schule?
Das ist die zweite, andere Frage. Auch wenn eSport ein Sport wäre, muss er nicht automatisch in den Schulsport. Argumentiere gezielt und beziehe klar Position – gern mit Bedingungen (etwa Ausschluss von Gewaltspielen).
- Spricht Jugendliche an, die vom klassischen Sportangebot nicht erreicht werden.
- Fördert koordinative, kognitive und mentale Fähigkeiten.
- Wettbewerb bildet klassenübergreifend Gemeinschaft, verhindert Isolation.
- Strategie, Ziele und Fairness lassen sich pädagogisch begleiten und in einen ethischen Rahmen stellen.
- Schulsport sollte Gesundheit und körperliche Leistungsfähigkeit fördern.
- Schule soll Bewegung fördern – nicht noch eine sitzende Tätigkeit.
- Jugendliche sitzen ohnehin viel am PC; die Schule soll davon wegführen.
- Schule sollte nicht den wirtschaftlichen Interessen der Spielehersteller dienen; Gewaltspiele widersprechen dem Bildungsauftrag.
- eSport verdient als wettkampforientierte, konzentrationsfordernde Tätigkeit durchaus Anerkennung – als vollwertiger Ersatz für Bewegungssport in der Schule taugt er aber nicht.
- Denkbar wäre eSport als freiwilliges Zusatzangebot unter klaren Bedingungen (kein Gewaltspiel, verpflichtender Ausgleichssport), damit die Kernaufgabe der Schule – Bewegung fördern – nicht untergraben wird.
Ömer sagt:
Das stärkste Argument gegen eSport im Schulsport ist der Widerspruch: Schule soll gegen das viele Sitzen ankämpfen – da passt eine weitere Bildschirmtätigkeit schlecht. Genau diesen Gedanken solltest du herausarbeiten, wenn du dich dagegen entscheidest.
Kapitel 8
Ömers ausführlicher Erklärungstext
Okay, schauen wir uns diese Aufgabe in Ruhe an. Die Textsorte ist eine Erörterung, mit drei Arbeitsaufträgen. Das Thema ist eSport, also Sport vor dem Bildschirm. Zwei Dinge gleich vorweg: Erstens ist dieses Beispiel kürzer als üblich, nur 405 bis 495 Wörter – also musst du besonders kompakt schreiben. Und zweitens, ganz wichtig: Auftrag 2 und Auftrag 3 stellen zwei verschiedene Fragen. Ist eSport überhaupt ein Sport? Und: Gehört eSport in die Schule? Das ist nicht dasselbe – man kann eSport als Sport anerkennen und ihn trotzdem nicht im Turnsaal haben wollen.
Der erste Auftrag: Beschreibe die Merkmale des eSports, die im Text stehen. Ganz knapp: eSport wird am Computer und im Team ausgetragen, er begeistert Massen in Stadien und im Live-Stream, es gibt hohe Preisgelder wie bei großen Tennis-Turnieren und sogar eine inoffizielle Weltmeisterschaft. Er braucht keine festen Vereine oder Spielorte. Und die Spieler sind hochkonzentriert und körperlich gefordert – der gemessene Stresspegel ist so hoch wie beim Bogenschießen oder Schach. Halte das wirklich kurz, weil du wenig Platz hast.
Der zweite Auftrag: Diskutiere, ob eSport als Sport anerkannt werden soll. Führ beide Seiten an. Dafür spricht: Es ist vergleichbar mit Schach, Darts oder Bogenschießen, wo es auch wenig Bewegung gibt; es fördert Konzentration, Reaktion und Taktik; der Stresspegel beweist echte körperliche Anspannung; und es hat riesige Fangemeinden und eine WM. Ethische Bedenken gibt es übrigens auch beim Boxen. Dagegen spricht: Computerspielen ist eher Zeitvertreib wie Fernsehen; es gibt keine echte motorische Aktivität, kein Ausdauer- oder Herz-Kreislauf-Training; langes Sitzen kann sogar schaden; und manche Spiele enthalten viel Gewalt. Wenn du magst, kannst du Rahmenbedingungen nennen, unter denen eSport sich zum anerkannten Sport entwickeln könnte – etwa Vereine, echte Trainingslehre mit Erholungsphasen und Ausgleichssport.
Der dritte Auftrag: Begründe, ob eSport ins Sportangebot der Schule aufgenommen werden soll. Dafür spricht: Es erreicht Jugendliche, die der normale Sport nicht motiviert; es fördert kognitive und mentale Fähigkeiten; es bildet klassenübergreifend Gemeinschaft; und man kann Fairness und Strategie pädagogisch begleiten. Dagegen spricht – und das ist das stärkste Argument: Die Schule soll Bewegung fördern und dem vielen Sitzen entgegenwirken; eine weitere Bildschirmtätigkeit passt da schlecht. Außerdem sollte die Schule nicht den Interessen der Spielehersteller dienen, und Gewaltspiele widersprechen dem Bildungsauftrag. Ein starkes Fazit wäre der Mittelweg: eSport als freiwilliges Zusatzangebot unter klaren Bedingungen – ohne Gewaltspiele und mit verpflichtendem Ausgleichssport.
Zum Schluss der wichtigste Rat: drei Schritte, aber nur 405 bis 495 Wörter. Halte die Beschreibung ganz kurz, trenne die beiden Streitfragen sauber und begründe jedes Argument. Schreib sachlich und im Präsens. Dann hast du eine starke, kompakte Erörterung.
Kapitel 9
Tipps für deine eigene Lösung
- Beginnt deine Erörterung mit einer kurzen Einleitung, die zum Thema hinführt und den Bericht nennt?
- Hast du die Merkmale des eSports knapp beschrieben?
- Hast du diskutiert, ob eSport ein Sport ist – mit Pro UND Kontra?
- Hast du die getrennte Frage „eSport in die Schule?“ eigenständig begründet?
- Sind deine Argumente nach dem Schema Behauptung – Begründung – Beleg aufgebaut?
- Endest du mit einem knappen, begründeten Fazit?
- Liegst du zwischen 405 und 495 Wörtern und sind die Absätze mit Leerzeilen markiert?
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