Beides sind journalistische Textsorten – aber sie haben einen wichtigen Unterschied: die Perspektive. Ein Bericht ist sachlich und neutral. Eine Reportage ist persönlich und lebendig.
| Merkmal | Bericht | Reportage |
|---|---|---|
| Sprache | sachlich, neutral, keine Meinungen | subjektiv, lebendig, persönlich |
| Ich-Form? | nein – niemals | ja, oft |
| Meinung des Autors? | nein | ja |
| Ziel | informieren | informieren & erleben lassen |
| Typisch für… | Tageszeitung, Schule, Behörden | Magazin, Fernsehen, Reisebericht |
| Zeitform | Vergangenheit (Präteritum) | oft Präsens (erzählendes Präsens) |
Ömer sagt:
Kurze Eselsbrücke: Beim Bericht fragst du dich immer – „Könnte das auch eine Polizeimeldung sein?" Wenn ja, dann ist es ein Bericht. Wenn du denkst „Das klingt wie ein Roman" – dann ist es eine Reportage. Einfach, oder?
Ein Satz besteht aus verschiedenen Teilen – den Satzgliedern. Das wichtigste Satzglied ist das Prädikat (das Verb). Dann gibt es das Subjekt (wer macht es?) und Ergänzungen, die mehr Informationen geben.
Die adverbialen Ergänzungen (auch: Umstandsergänzungen) sind besonders wichtig – sie antworten auf die klassischen Journalist-Fragen!
Beispiel: „Am Dienstag", „gestern", „um 21 Uhr", „letzte Woche"
Beispiel: „in Wien", „auf dem Marktplatz", „im Stadion"
Beispiel: „schnell", „sorgfältig", „mit dem Auto"
Beispiel: „wegen des Schneefalls", „aufgrund des Unfalls"
Wie erkennst du adverbiale Satzglieder?
| Satz | Adverbiale Ergänzung | Typ |
|---|---|---|
| Am Dienstag brach ein Feuer aus. | Am Dienstag | temporal (Wann?) |
| In Wien wurde ein Unfall gemeldet. | In Wien | lokal (Wo?) |
| Die Schüler pflanzten sorgfältig Bäume. | sorgfältig | modal (Wie?) |
| Wegen des Schneefalls war die Straße gesperrt. | Wegen des Schneefalls | kausal (Warum?) |
| Die Delegation besuchte die HTL Wien 10. | die HTL Wien 10 | lokal (Wo?) |
Diese vier Typen kommen in der Matura und im Schulalltag immer wieder vor!
Adjektive beschreiben, wie etwas ist. Sie können gesteigert werden – das heißt, man kann ausdrücken, dass etwas mehr oder am meisten von einer Eigenschaft hat.
Komparativ → Vergleichsform (+er): schneller, besser, schöner
Superlativ → Höchstform (am …sten): am schnellsten, am besten, am schönsten
Regelmäßige und unregelmäßige Formen
| Positiv | Komparativ | Superlativ | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| schnell | schneller | am schnellsten | regelmäßig |
| groß | größer | am größten | Umlaut (o→ö) |
| alt | älter | am ältesten | Umlaut (a→ä) + e |
| gut | besser | am besten | unregelmäßig – auswendig lernen! |
| viel | mehr | am meisten | unregelmäßig – auswendig lernen! |
| gern | lieber | am liebsten | unregelmäßig – auswendig lernen! |
| hoch | höher | am höchsten | Umlaut + Lautwechsel |
| nah | näher | am nächsten | unregelmäßig |
Typische Fehler bei der Steigerung
Doppelsteigerung: „mehr besser" – FALSCH! Nur eine Form, nicht zwei kombinieren.
Falsche Umlautbildung: „groß → grosser" – FALSCH! Es muss „größer" heißen.
Unregelmäßige Form vergessen: „gut → guter" – FALSCH! Es muss „besser" heißen.
gut – besser – am besten
viel – mehr – am meisten
gern – lieber – am liebsten
Komparativ im Satz – wie verwendet man ihn?
Der Komparativ wird für Vergleiche verwendet. Das Vergleichswort ist als (nicht „wie"!).
✗ „Der Bericht ist kürzer wie die Reportage." → falsch! „wie" ist für Gleichheit: „so groß wie"
Ömer sagt:
Bei Adjektiven mit Umlaut – also a→ä, o→ö, u→ü – gilt: Je kürzer das Adjektiv, desto wahrscheinlicher gibt es einen Umlaut. „Alt", „kalt", „warm", „groß", „jung", „lang" – die alle kriegen im Komparativ einen Umlaut. Einfach laut sagen, dann hörst du, ob es sich richtig anhört!
Der Einstieg ist der wichtigste Teil eines Berichts. Er muss sofort informieren – ohne Spannung aufzubauen, ohne Meinung, ohne Überraschungen. Nur Fakten!
WAS? (Was ist passiert?) + WO? (Wo?) + WANN? (Wann?)
Optional: WER? + WIE?
→ WANN? (Am Dienstagabend) + WO? (in der Wiener Innenstadt) + WAS? (brach ein Feuer aus) ✓
Was gehört NICHT in den Bericht-Einstieg?
Meinungen und Gefühle
Ein Bericht ist neutral. Der Autor hat keine Meinung – zumindest schreibt er sie nicht auf.
✓ „Ein Feuer verursachte erheblichen Sachschaden." (neutral/sachlich)
Ich-Form und direkte Rede des Autors
Niemals „Ich" in einem Bericht! Der Autor ist unsichtbar.
✓ „Das Feuer brach um 22 Uhr aus."
Dramatische Zuspitzungen und Spannung
Keine Cliffhanger, keine Spannung – der Bericht sagt sofort was passiert ist.
✓ „Am Montag gewann Österreich das Spiel gegen Deutschland mit 2:1."
Die 5 W-Fragen – Checkliste für Berichte
| W-Frage | Bedeutung | Beispiel |
|---|---|---|
| WAS? | Was ist passiert? | brach ein Feuer aus |
| WO? | Wo ist es passiert? | in der Wiener Innenstadt |
| WANN? | Wann ist es passiert? | Am Dienstagabend |
| WER? | Wer ist beteiligt? | die Feuerwehr, Passanten |
| WIE? | Wie ist es passiert? | durch einen technischen Defekt |
Der Leserbrief ist das Gegenteil des Berichts: Hier darfst und sollst du eine eigene Meinung haben! Der Einstieg muss sofort zeigen, warum du schreibst und was du denkst.
2. Argument 1 mit Begründung und Beispiel
3. Argument 2 mit Begründung und Beispiel
4. Gegenargument entkräften (optional, aber Pluspunkte!)
5. Schluss: Forderung oder Appell an die Leser/Redaktion
Mustereinstiege für den Leserbrief
Bezug auf einen Artikel
Wenn du auf einen konkreten Artikel reagierst, nenne ihn direkt.
Einsteigen mit einer Frage
Eine rhetorische Frage am Anfang zieht den Leser sofort in deine Argumentation hinein.
Einsteigen mit einem persönlichen Erlebnis
Ein konkretes Erlebnis macht deine Position glaubwürdiger und persönlicher.
(Das ist ein Bericht-Stil – keine Position, keine Meinung!)
Ömer sagt:
Der Leserbrief ist eigentlich cool – da darfst du mal richtig sagen, was du denkst! Aber: Argumente, keine Beleidigungen. „Das ist dumm" = kein Argument. „Das ist falsch, weil die Studie zeigt, dass…" = gutes Argument. Der Unterschied macht die Note!
- Alle 5 W-Fragen beantwortet?
- Sachlich geschrieben – keine Meinung, keine Ich-Form?
- Vergangenheitsform (Präteritum) durchgehend verwendet?
- Einstieg: Wann? + Was? + Wo? im ersten Satz?
- Keine dramatischen Formulierungen oder Spannung?
- Anrede am Anfang (Sehr geehrte Damen und Herren)?
- Bezug auf ein Thema oder einen Artikel?
- Eigene Position sofort klar?
- Mindestens 2 Argumente mit Begründung?
- Forderung oder Appell am Schluss?
- Grußformel am Ende?
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