Was ist ein Bericht?
Vollständig – alle 5 W-Fragen beantwortet.
Klar gegliedert – Überschrift, Einleitung, Hauptteil.
„Ein Bericht ist eigentlich das Gegenteil von dem, was du auf Social Media siehst. Kein ‚Ich finde, dass…', kein Drama, keine Übertreibung. Nur: Was ist passiert? Wann? Wo? Wer? Wie? – Das klingt trocken, aber genau das macht einen guten Journalisten aus."
Die 5 W-Fragen
Jeder vollständige Bericht beantwortet diese fünf Fragen. Fehlt eine – merkt es der Leser sofort.
Wo hat das Ereignis stattgefunden? Stadt, Straße, Gebäude – so genau wie möglich.
Datum, Uhrzeit, oder zumindest ein ungefährer Zeitraum.
Was ist genau passiert? Das ist die Kernaussage des Berichts.
Wer war dabei? Namen, Gruppen, Institutionen – je nach Relevanz.
Wie hat es sich zugetragen? Hier beschreibst du den Ablauf.
Aufbau eines Berichts
Journalisten schreiben nach dem Prinzip der umgekehrten Pyramide: Das Wichtigste steht immer am Anfang!
Warum? Damit ein Leser, der den Text nur überfliegt, trotzdem das Wichtigste erfährt. Und Redakteure können am Ende kürzen, ohne das Wichtige zu verlieren.
Aktiv und Passiv im Bericht
AKTIV
Jemand tut etwas → Die Person/Gruppe ist im Fokus.
✅ Verwende Aktiv, wenn klar ist, WER handelt und das wichtig ist.
PASSIV
Etwas wird getan → Die Handlung ist im Fokus.
✅ Verwende Passiv, wenn die Handlung wichtiger ist als der Handelnde.
werden + Partizip IIPräsens: wird gelöscht | Präteritum: wurde gelöscht | Perfekt: ist gelöscht worden
In Berichten will man sachlich und neutral klingen. Das Passiv hilft dabei – es rückt die Handlung in den Vordergrund, nicht die Person. Außerdem ist es manchmal unbekannt, wer genau etwas getan hat – dann ist das Passiv die ehrlichere Formulierung.
Direkte und Indirekte Rede
„Das war aufregend!", sagte die Schülerin.
→ Im Bericht: sparsam verwenden, nur bei offiziellen Statements oder sehr wichtigen Zitaten.
→ In Geschichten/Erzählungen: häufig verwenden – macht den Text lebendig!
Die Schülerin sagte, das sei aufregend gewesen.
→ Im Bericht: hauptsächlich verwenden – sachlicher und sicherer (du warst ja nicht dabei!).
→ Konjunktiv I: sein → sei, haben → habe, kommen → komme
🎭 Bericht vs. Geschichte – der Unterschied
Merke: Im Bericht klingt es sachlich und distanziert. In der Geschichte klingt es lebendig und unmittelbar. Beide sind richtig – aber in verschiedenen Textsorten!
Zeitformen im Bericht
Die Medienlandschaft in Österreich
Berichte erscheinen in ganz verschiedenen Medien – aber nicht alle arbeiten gleich. Hier ein Überblick, damit du die Unterschiede kennst.
Qualitätsmedien haben ausgebildete Redakteurinnen und Redakteure, klare Quellenpflicht und trennen strikt zwischen Nachricht (Bericht, Fakten) und Meinung (Kommentar, Kolumne). Sie recherchieren aufwändig und haben einen guten Ruf zu verlieren.
Boulevardzeitungen sind nicht automatisch schlechter – sie erreichen viele Menschen und können wichtige Themen in einfacher Sprache verbreiten. Aber: Sie sind oft reißerischer, emotionaler und mischen Meinung und Nachricht stärker. Kritisch lesen ist wichtig!
Der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist durch den Staat finanziert (GIS/Rundfunkgebühr) – aber nicht vom Staat kontrolliert. Er hat per Gesetz eine Pflicht zu Unparteilichkeit und Vielfalt. Das macht ihn zu einer besonders verlässlichen Quelle – besonders in Krisen.
Diese Zeitungen sind kostenlos und werden durch Werbung finanziert. Sie haben weniger Raum für tiefgehende Recherche und richten sich an ein breites, schnelles Publikum. Nützlich für schnelle News – aber für komplexe Themen besser eine Qualitätszeitung lesen!
🌐 Warum Social Media keine Zeitung ersetzen kann
Auf Social Media kann jeder alles posten – ohne Recherche, ohne Gegenlesen, ohne Verantwortung. Bei Zeitungen gibt es Redakteure, die Fakten prüfen.
Social Media zeigt dir, was dich emotional anspricht – nicht, was wichtig ist. Echte Redaktionen entscheiden nach journalistischen Kriterien.
Zeitungen und Sender haften für falsche Berichte (Medienrecht!). Instagram oder TikTok haften nicht für falsche Inhalte ihrer Nutzerinnen.
Fakten checken – so geht's
Fake News sind ein echtes Problem – auch in seriösen Medien passieren Fehler. So kannst du Informationen überprüfen:
Wer hat das geschrieben? Ist die Quelle bekannt und seriös? Gibt es ein Impressum? Ist es eine Einzelperson oder eine Redaktion?
Berichten mehrere unabhängige Medien dasselbe? Wenn nur eine Quelle etwas berichtet, ist Vorsicht geboten. APA (Austria Presse Agentur) ist eine verlässliche Basisquelle.
In Österreich: APA Faktencheck (apa.at/faktencheck), Mimikama (mimikama.org) für virale Falschmeldungen. International: Snopes, Correctiv, Full Fact.
Bilder können manipuliert oder alt sein. Mit Google Bildersuche (Rückwärtssuche) oder TinEye kannst du prüfen, woher ein Bild wirklich stammt.
Wenn eine Nachricht sehr starke Emotionen auslöst (Wut, Angst, Empörung) – Vorsicht! Das kann ein Zeichen sein, dass sie gezielt so formuliert wurde. Erst prüfen, dann teilen.
Tipps für einen starken Bericht
🎯 Wichtigstes zuerst
Die wichtigsten Infos kommen in den ersten Satz. Der Leser muss sofort wissen: Was ist passiert? Denk ans umgekehrte Pyramiden-Prinzip.
💡 Keine Meinung!
Im Bericht schreibst du niemals „Ich finde, dass..." oder „Das war toll". Du berichtest nur, was war. Deine Meinung gehört in einen Kommentar oder Leserbrief – nicht in den Bericht.
✏️ Indirekte Rede beherrschen
Übe den Konjunktiv I – er macht deine Berichte professionell und signalisiert: „Das ist, was jemand gesagt hat – ich verbürge mich nicht dafür."
🏆 Das Fazit von Ömer:
„Ein guter Bericht ist wie ein guter Zeuge – er sagt genau, was er gesehen hat, nicht mehr und nicht weniger. Keine Ausschmückungen, keine Meinung, keine Dramatik. Nur: WO, WANN, WAS, WER, WIE. Klingt simpel – ist es aber nicht immer. Aber wenn du das kannst, kannst du eigentlich alles schreiben."
✅ Checkliste: Hast du alles?
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